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1.342 Wörter

Kurzer Überblick:

  • Reisen mit Erwerbsminderung
  • Nachtfähre vs. Flugzeug
  • Fähre nach Kreta Preis
  • Barrierefrei reisen / Reisen mit eingeschränkter Mobilität

Jetzt geht es los:

Mit der Bewilligung der Erwerbsminderung änderte sich mein Leben grundlegend. Neben einem maroden Gesundheitszustand hatte ich vor allem eines: viel Zeit. Zeit, die ich nicht damit verbringen wollte, nur zu Hause herumzusitzen.

Doch die letzten zwei Jahre haben gezeigt: Reisen ist für mich nicht nur sprichwörtlich in die weite Ferne gerückt, sondern auch unsprichwörtlich unrealistisch geworden. Ruhe und Reizarmut sind wichtig für meine Gesundheit, doch das An- und Abreisen stellt oft eine massive Belastung dar. Stress durch Termine und Umsteigen führt schnell zu Überlastung.

Die Frage war also: Wie komme ich an Orte, ohne mich selbst zu überfordern?

Selber Auto zu fahren, war für mich zu anstrengend, es sei denn, das Ziel liegt direkt vor der Haustür. Also dachte ich an eine Alternative: Im Liegen reisen.

Die drei Optionen für entspanntes Reisen

Mir fielen zunächst drei Möglichkeiten ein, wie ich komfortabel und schmerzarm reisen konnte:

  1. Fliegen in der Business Class: Auf Langstreckenflügen lassen sich Sitze oft in flache Liegen umwandeln.
  2. Fahren im Nachtzug: Mindestens im Liegewagen, um nachts zu schlafen.
  3. Fahren mit der Nachtfähre: Eine Kombination aus Transport und Übernachtung.

Da ich mich für eine detaillierte Recherche entschied, konzentrierte ich mich zunächst auf die Fährverbindungen.

Fährverbindungen – Wo gibt es überhaupt eine Übernachtung?

Von meinem Wohnort am Rand von Deutschland Richtung Tschechien war das Meer weit entfernt. Nordsee, Ostsee und Atlantik waren alle eine gute Fahrtstrecke entfernt. Doch welche Routen lohnen sich überhaupt? Eine kurze Strecke wie Calais nach Dover schied aus, da man hier nicht schlafen kann – die Überfahrt ist zu kurz. Es muss also eine Route mit echter Übernachtungsmöglichkeit sein.

Interessante Fähr-Häfen in Europa

Bei meiner Recherche stießen ich auf folgende Abfahrtsorte:

  • Griechenland: Neben dem Hafen Piräus bei Athen gibt es Routen ab Thessaloniki im Norden.
  • Frankreich: Dünkirchen (Dunkerque), Saint Malo und Le Havre.
  • Niederlande: Amsterdam/IJmuiden bietet die Strecke nach Newcastle upon Tyne.

Manche Häfen bieten mehrere Routen, manche nur eine.

Meiner initialen Recherche zu all diesen Routen hatte zum Ergebnis, dass diese Strecke die günstigsten ist, die nach Griechenland aber auch nicht schlecht waren. Saint Malo war schon recht teuer, im Angebot mit 150 Euro für eine Strecke in etwa so teuer wie die günstigste Hin- und Rückfahrt von Amsterdam nach Newcastle für 160 Euro, die ich finden konnte.

Beim Herumprobieren mit Ecosia AI wurde das auch so bestätigt, allerdings war hier die Rede von der Einzelstrecke für 59 Euro, die ich nirgendwo finden konnte. Verglichen habe ich die Preise jeweils für einen Fußgänger.

Eigentlich würde ich gern meinen Elektroroller mitnehmen, für Mobilität vor Ort, aber der läuft als Mofa, deswegen gibt es dafür erst einmal keine eigenen Tarife.

Manche Strecken, so wie die zwischen Calais und Dover, sind für Fußgänger nicht immer zugänglich.

Kostenvergleich: Fähre vs. Flugzeug nach Kreta

Mein eigentliches Reiseziel war Kreta. Ursprünglich hatte ich über Booking.com ein fantastisches Angebot gefunden: Ein Apartment für einen ganzen Monat für knapp 300 Euro.

Doch die Anreise wurde zum Problem. Der Flug von Dresden, meinem Heimatflughafen, nach Chania, dem nächstgelegenen Flughafen auf Kreta, übertraf den Preis des Quartiers um 100 Euro – ohne Gepäck und Stornierungsoption, dafür mit Umstieg. Der Flug vom Dresden nach Heraklion, Kretas Hauptflughafen, war in etwa bei 270 Euro, allerdings wieder ohne Gepäck und Stornierung und mit Umstieg. Reisedauer in beiden Fällen mindestens 5 Stunden. Das günstige Quartier gepaart mit dem teuren Flug ergab dann also doch Reisekosten von mindestens 700 Euro (inkl.geschätztem Aufwand für Gepäck). Dazuzudenken wäre vor Ort noch ein günstiger Mietwagen (160 Euro bei booking.com) und natürlich Verpflegung, wenn ich Freizeitausgaben außen vor lasse. Allein mit dem Mietwagen bei den günstigen Flügen wäre der Ausflug bei 860 Euro, damit läge ich bereits 300 Euro über meiner Warmmiete.

Als Mensch vom Typ Alles-oder-Nichts war mir das zu teuer.

Die Hoffnung auf die Fähre

Im Kopf hatte ich demgegenüber den attraktiven Preis von 66 Euro für ein Fährticket (Hin-und Rückfahrt) von Piräus bei Athen nach Kreta-Heraklion für eine Überfahrt im Oktober. Mit Bett und Stornierung waren das allerdings schon 200 Euro.

Piräus-Chania war immerhin noch 99 Euro. Bei derselben Rate für die Kabinen würde ich hier von 240 Euro ausgehen.

Auf https://www.ferryexperts.com/ konnte ich eine Fahrt und einen Preis für eine Fahrt von Venedig nach Griechenland (Patras) finden, allerdings war das sehr teuer. Über 500 Euro für eine Einzelfahrt!

Da war Fliegen wohl doch die attraktivere Option?

Der Zeitaufwand: 58 Stunden Reisezeit

Die Fährstrecke von Venedig nach Patras würde ich ohnehin erst dann erreichen, wenn ich von Dresden nach München mit dem Zug, von München nach Venedig mit dem Nachtzug und dann von dort mit der ersten Fähre nach Patras, mit dem Zug nach Piräus bei Athen und dann mit der zweiten Fähre nach Kreta führe.. Es wurde irgendwie nicht besser.

Der Zeitaufwand war auch beachtlich. Selbst, wenn ich abrunde, komme ich auf stattliche Reisezeiten:

Die harten Fakten der Reisezeit

StreckeDauer
Pirna nach Dresden0,5 h
Dresden nach München4 h
München nach Venedig8 h
Venedig nach Patras33 h
Patras nach Piräus3 h
Piräus nach Kreta10 h
Kissamos nach Chania (Kreta)0,5 h
Gesamtsumme58,5 Stunden

58 Stunden Reisezeit! Zwar ist das Nachtzug- und Fährfahren Teil der Reiseerfahrung, aber ist es das wert? Dabei war natürlich sowohl das Nachtzugfahren als auch das Fähre fahren ein Teil der Reiseerfahrung, aber war es das wirklich wert?

Der Kostenvergleich

Um die Zeit ging es ja bereits, aber wie hoch genau wären die ominösen Kosten, um die es bereits mehrfach ging? Hier und da fiel ja eine Zahl, aber was sind die Details?

Ich habe den Vergleich nicht vergessen, wollte ihn aber bewusst dem Ende vorschieben – als Vorwort des Fazits. Die Gegenüberstellung sieht aus wie folgt:

Alle Preise sind tagaktuell vom 18.10.2026 und für meine Reisetage, den 02.01.2027 und den 29.01. bzw. den 30.01.2027 verglichen. Ich vergleiche immer mit Stornierungsoption, insofern das möglich ist, da ich gelernt habe, dass ich immer auf spontane Ideen meines Körpers zur gesundheitlichen Reisebereitschaft vorbereitet sein will. Man wird etwas paranoid.

AusgangsortZielortTransportmittelKosten in EuroAusgangsortZielortTransportmittelKosten in Euro
PirnaDresdenZug12PirnaVenedigZug (mit Schlafplatz im 6-Betten-Abteil, Storno) bei der deutschen Bahn270,50
DresdenHeraklionFlugzeug270 (mit Gepäck 402)VenedigPatrasFähre mit Schlafplatz im 4-Personen Abteil, Storno)435 bei goferry
    PatrasPyräus bei AthenZug bei hellenictrain.gr17
    PyräusKissamos 226,52
HeraklionKournásMietwagen160KissamosKournásMietwagen160
Urlaubsquartier 297 Urlaubsquartier297
Summe 871  1406,02

Fazit: Warum die Fähre für mich gestorben ist

Der Vergleich ist eindeutig:

  1. Preis: Die Kombination aus Zug und Fähre war um ein Vielfaches teurer als der direkte Flug. Bei den Gesamtreisekosten komme ich noch nicht ganz auf das Doppelte, aber es wird knapp. Das liegt zum Teil daran, dass ich mir die kosten bei einer Reise nur für mich allein nicht aufteilen kann, aber dadurch erreicht man ohnehin keine große Reduktion.
  2. Zeit: Fast zehn mal so lange wie der Flug.
  3. Komfort: Durch die lange Dauer, das häufige Umsteigen und die Nächte in oft geteilten Kabinen würde die Reise eher anstrengend als erholsam sein.

Das Einzige, was sich aus dem Preisniveau positiv abhob, war die Fähre von Athen / Piräus nach Kreta / Heraklion, aber den Abfahrtsort zu erreichen, war mit der Flugverbindung von Dresden aus sogar teurer.

Die Fähroption war damit leider doch für mich gestorben. Mit etwas Glück kann man hier und da sogar einen Platz auf einem Kreuzfahrtschiff finden, der günstiger ist. Dabei hatte ich z.B. bei ehoy Glück, allerdings ab Bari.

Das würde ich vor der Flugbuchung auf jeden Fall noch einmal abchecken. Für mich ist der Zeitpunkt zum Buchen des Fluges auch noch etwas früh, ich will noch warten, bis ich sicher bin, dass ich wirklich verreisen werde.

Möglicherweise finde ich in der Zwischenzeit ja auch noch eine andere Reiseidee, die mir besser gefällt.

Am Ende war es damit vielleicht doch eine lustige Recherche ohne Sinn und Verstand. Aber immerhin war es lustig.

Für mich bleibt also: Bei meiner aktuellen gesundheitlichen Verfassung und dem Budget ist die Nachtfähre keine Alternative zum Flugzeug. Das liegt aber vor allem an der langen Anreise zum Fährhafen. Ich werde wohl doch wieder auf das Flugzeug setzen – und versuchen, die Reise so stressarm wie möglich zu gestalten.

Habt ihr schon einmal einen ähnlichen Reisewunsch gehabt? Lasst es mich wissen!

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Ihyperfixate


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